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Vianden Castle

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19. Rittersaal

Das frühere Gewölbe des Rittersaals, das um die Mitte des 13. Jahrhunderts die primitive flache Holzdecke ersetzt hatte, war aus sehr hohen und schweren Schiefersteinen erbaut, was eine starke Belastung der Seitenmauern darstellte. Es war bereits 1827 baufällig
und fiel im Jahre 1847 gänzlich zusammen. Die Kriegsereignisse im Winter 1944-1945
taten ein Übriges die Ruinen zu erschüttern, obschon die sichtbaren Schaden nicht zu schlimm schienen. Ende der sechziger Jahre zwang dann der Zustand der Ostmauer des großen Pallas den damaligen Besitzer, den Großherzog, zum Eingreifen: der Oberrand der Mauer war bis 1,40 m aus dem Lot geraten, so dass akute Einsturzgefahr bestand. Die ganze Mauer wurde bis auf die Fundamente abgetragen und neu aufgebaut: die wenigsten Hausteine, aus rotem Sandstein, konnten noch gebraucht werden, da sie größtenteils durch den steigenden Druck des Mauerwerks zersplittert waren (der Mörtel war total zersetzt und nur das Eigengewicht hielt die Mauer noch in einem leidlichen Gleichgewicht).
Die ehemalige Konstruktion wurde durch eine leichte Betonschale ersetzt, und um jeden vermeidbaren Druck auf die Gewölbe zu umgehen, wurden Eisenbetonträger frei über dem Gewölbe eingespannt, die den Fußboden des darrüberliegenden Festsaales tragen. Bei der Restaurierung des großen Kaminmantels ergab sich, dass der ursprüngliche Sturz aus Holz war, dessen Teile noch tief in der Giebelmauer klemmten. Vom eingestürzten Gewölbe des Rittersaales waren rund 80 m der Gurte und vier der fünf Schlusssteine erhalten geblieben; die fehlenden Hausteine wurden in bewährter alter Technik mit alten Werkzeugen ersetzt und auf die noch vorhandenen Konsolen aufgestutzt, die etwas mageren Saulchen wurden wieder unter die Konsolen gestellt.
Der Saal bekommt sein Licht durch sechs ostwärts gerichtete Doppelfenster in rein romanischem Stil mit 12 Säulchen mit Kelchkapitellen auf der Außenseite. Im Innern bilden die Fenster sehr tiefe Nischen mit Sitzbanken. Diese Nischen sind mit sehr gut gehauenen Umrahmungen ausgebaut, deren Ecksteine bis zu 400 kg wiegen und der Mauer eine erhöhte Standfestigkeit geben. Die Fenster erhielten Doppelscheiben mit Bleifassung und Antikglas in Rautenform, nach außen. Als Beleuchtung wurden Wandleuchten aus Messing gewählt.
Der Fußboden besteht aus Steinplatten von unregelmassiger Größe (Sandstein von der Untersauer), den Jochen entsprechend durch Bänder aus rötlichem Sandstein unterbrochen, die es erlauben, die durch die Fußbodenheizung bedingten Dehnungsfugen so auf die gesamte Lange des Saales zu verteilen, dass sie nicht auffallen.



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